28.12.2006 - von Hanne Schweitzer
Eine Literaturkritikerin der Kölner Stadtrevue hat Silvia Bovenschen besucht. Diese hat ihre Notizen über das Älter werden zu einem Manuskript verarbeitet, das im Fischer Verlag erschienen und durchaus lesenswert ist.
Ärger löst die Stadtrevueautorin aus. Ihre Aneinanderreihung falscher Plattheiten belegt den Niedergang der Kritik auch in den Alternativmedien.
"... seit Frank Schirrmacher zu nichts Geringerem als einem Generationenkampf Alt gegen Jung aufrief", schreibt die Autorin, "... seitdem sind die "neuen Alten" in aller Munde, jene in die Jahre gekommenen Babyboomer, für die der Jugendkult der 60er Jahre doch eigens erfunden wurde und die nun gar nicht damit einverstanden sind, zum alten Eisen zu zählen."
Dazu: Die Erfindung des "Jugendkultes in den 60igern", war kein passiver Akt, sondern war aktive Abkehr von der Leitkultur des CDU-Staates, die durch Ordnung, Sauberkeitswahn, Gehorsam und Schweigen über die NS-Zeit bestimmt war. Das "Yeah yeah yeah" der Beatles, die Keilerei mit der Bullizei beim Konzert der Stones in der Berliner Waldbühne wurden keineswegs für "die neuen Alten" von heute erfunden.
Dazu kommt: Der aus der amerikanischen Soziologie ins Deutsche übernommene Begriff "Babyboomer" ist zeitlich präzise zu bestimmen. Als "Babyboomer" werden die Generationen bezeichnet, die nach dem 2. Weltkrieg und vor dem Pillenknick geboren wurden: Sprich nach 1945 und vor 1966.
Nun mag ja ein 1966 geborener Mensch nach Meinung bundesdeutscher Personalleiter oder nach Meinung der Kritikerin durchaus zu den "neuen Alten" zählen, aber das kann dann ebenso für die 30- oder 40Jährigen gelten, ist also ganz und gar beliebig.
Weitere Artikel, nach dem Datum ihres Erscheinens geordnet, zum Thema
Image:
28.12.2006: Yoga mit „grauen Strähnchen“
06.12.2006: ZDF: Juliane Hielscher moderiert
24.11.2006: Kernpunkt + Simple Things revidieren Webseite
Alle Artikel zum Thema
Image