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Foto: H.S.
07.10.2026 - von UFO
Die European Cabin Crew Association (EurECCA) äußert erhebliche Bedenken hinsichtlich der Entscheidung der Europäischen Kommission, die Überprüfung des umfassenden Luftverkehrsabkommens zwischen der EU und Katar (Comprehensive Air Transport Agreement, CATA) bis Ende 2029 aufzuschieben.
Aus Sicht von EurECCA ist das angesichts der Auswirkungen des Abkommens auf europäische Beschäftigungs- und Sozialstandards sowie auf die Flugsicherheit nicht vertretbar. EurECCA fordert deshalb, die vorläufige Anwendung des CATA umgehend zu stoppen und noch bis Jahresende einen schriftlichen Bericht vorzulegen.
Wie die Kommission EurECCA in einem Schreiben mitteilte, will sie die vom Europäischen Parlament geforderte Überprüfung „bis Ende 2029“ durchführen und erst anschließend entscheiden, welche weiteren Schritte gegebenenfalls angemessen sind.
Da die aktuelle Wahlperiode des Europäischen Parlaments bereits im Sommer 2029 und die Amtszeit der derzeitigen Kommission am 31. Oktober 2029 endet, könnte dieser Zeitrahmen dazu führen, dass die inhaltliche Bewertung erst erfolgt, wenn die derzeit politisch Verantwortlichen nicht mehr im Amt sind.
„Europäische Institutionen müssen für Entscheidungen verantwortlich sein, die während ihrer Amtszeit getroffen werden“, sagt Joachim Vázquez-Bürger, Vorsitzender der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO) und Vizepräsident von EurECCA. „Die Lösung kann nicht darin bestehen, die inhaltliche Prüfung einfach auf einen Zeitpunkt zu verschieben, an dem die politische Verantwortung bereits auf den nächsten institutionellen Zyklus übergegangen ist. Wenn ernsthafte Fragen zu Arbeitsstandards, Wettbewerb, Sicherheit und zur Integrität der Verhandlungen bestehen, dann müssen diese jetzt geprüft werden.“
Die Kommission hat erklärt, weiterhin Vertrauen in die Integrität des Verhandlungsprozesses zum CATA und dessen Ergebnis zu haben. Gleichzeitig räumt sie ein, die vom Parlament in seinem Bericht über die Entlastung für die Ausführung des EU-Gesamthaushalts 2024 geäußerten Bedenken zur Kenntnis genommen zu haben. Aus Sicht von EurECCA passt beides nicht zusammen.
„Dieser Zeitplan löst die vom Parlament angesprochenen Bedenken nicht – er verschiebt sie lediglich“, sagt EurECCA-Präsident, Cas Voskuyl. „Eine Überprüfung, die für das Ende des aktuellen institutionellen Zyklus angesetzt wird, kann keine ernsthafte Kontrolle und politische Verantwortlichkeit ersetzen, während das Abkommen bereits angewendet wird.
Europas Beschäftigte und der Luftverkehr können nicht warten, bis die derzeitige politische Verantwortung beendet ist, bevor grundlegende Fragen zu diesem Abkommen geklärt werden.“
Hintergrund: EurECCA hat bereits zuvor die Aussetzung und Beendigung des Abkommens gefordert und dabei Bedenken hinsichtlich Arbeitsrechten, Sozialstandards, Wettbewerb, Transparenz und Flugsicherheit angeführt.
Seither hat sich die Lage verschärft: In seinem Bericht über die Entlastung für die Ausführung des EU-Gesamthaushalts 2024 hat das Europäische Parlament tiefe Besorgnis über Korruptionsvorwürfe im Zusammenhang mit den Verhandlungen zum CATA geäußert. Es erklärte, die Anwendung des Abkommens solle überprüft und gegebenenfalls ausgesetzt werden.
Das vollständige EurECCA-Positionspapier dazu ist hier abrufbar: Position-Paper-on-the-EU-Qatar-CATA.pdf
Über EurECCA: Die European Cabin Crew Association (EurECCA) wurde 2014 in Brüssel gegründet und vertritt, schützt und stärkt die Rechte und Bedürfnisse von Kabinenbeschäftigten in ganz Europa. Sie setzt sich aus Gewerkschaften für Kabinenbeschäftigte aus Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie aus Beitritts- und Nachbarstaaten zusammen und vertritt rund 50.000 Kabinenbeschäftigte in Europa. EurECCA ist politisch unabhängig. Die Arbeit von EurECCA konzentriert sich auf die Arbeitsbedingungen von Kabinenbeschäftigten, Vergütung, soziale Absicherung sowie Arbeits- und Gesundheitsschutz.
EurECCA European Cabin Crew Association AISBL
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1050 Brüssel, Belgien
Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation ist die Gewerkschaft des Kabinenpersonals in Deutschland. Sie vertritt bundesweit die berufs- und tarifpolitischen Interessen von mehr als 30.000 Flugbegleiter*innen.
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