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31.05.2026 - von Nicole Geohlke
„Die Aussagen von Bundesministerin Dorothee Bär sind an sozialpolitischer Ignoranz und +Zynismus kaum zu überbieten. Ein verlässliches BAföG, das vor Armut schützt, als `Vollkaskostudium` zu diffamieren, verhöhnt die Lebensrealität von hunderttausenden Studierenden, die schon heute nicht mehr wissen, wie sie Miete und Lebensmittel bezahlen sollen", erklärt Nicole Gohlke, stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin für Bildung und Wissenschaft der Fraktion Die Linke im Bundestag, zu Dorothee Bärs Aussagen zum BAföG. Gohlke weiter:
"Es ist kein `Drama`, zu jobben, aber es ist ein strukturelles Drama, wenn das Studium zum reinen Privileg derer verkommt, die reiche Eltern im Hintergrund haben. Wer neben einer 40-Stunden-Woche im Studium noch nachts kellnern muss, um die Miete zu finanzieren, brennt psychisch aus oder bricht das Studium ab.
Wer jetzt vor dem unsozialen Kurs von Spahn und Bär einknickt und zulässt, dass der Koalitionsvertrag zulasten der Jugend gebrochen wird, verliert jede sozialpolitische Glaubwürdigkeit. Bildungsgerechtigkeit darf nicht unter Haushaltsvorbehalt stehen.“
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Das war bisher geplant
Nach den bisherigen Plänen sollte die Wohnkostenpauschale für Studierende, die nicht bei ihren Eltern wohnen, bereits zum Wintersemester 2026/2027 von 380 Euro auf 440 Euro steigen. Der Bedarfssatz – der Betrag, den Studierende laut Gesetzgeber zum Leben brauchen – sollte bis zum Wintersemester 2028/2029 auf 506 Euro angehoben werden. Danach würde eine weitere Erhöhung auf 563 Euro bis zum 1. April 2029 folgen. Der Bedarfssatz sollte auch künftig regelmäßig an den aktuellen Regelsatz des Bürgergelds angepasst werden.
Von der Reform würden auch Schülerinnen und Schüler profitieren. Auch ihre Bedarfssätze sollten nach den bisherigen Plänen im prozentual gleichen Umfang erhöht werden.
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Der Vorsitzende des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, sagte dem „Tagesspiegel“, die Reform sei „kein unverbindliches Wunschprogramm, sondern eine politische Zusage an die junge Generation“. Er widersprach damit auch dem eigenen Fraktionsvorsitzenden Jens Spahn (CDU), der Bafög-Erhöhungen infrage gestellt hatte. (FAZ)
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Der Juso-Vorsitzende Philipp Türmer sagte im Deutschlandfunk, er kenne niemanden in der SPD, der nicht mit voller Überzeugung hinter der Bafög-Reform stehe. (FAZ)
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Ministerin widerspricht Zweifeln aus der Union
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... Die Oppositionsparteien übten deutliche Kritik. „Die Bundesregierung lässt Studierende mit horrenden Mieten und steigenden Lebenshaltungskosten allein“, sagte Grünen-Fraktionsvorsitzende Misbah Khan und fuhr fort: „Die Bafög-Reform so sang- und klanglos abzusägen, ist ein politisches Armutszeugnis.“ Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, warf Bär „sozialpolitische Ignoranz und Zynismus“ vor. „Ein verlässliches Bafög, das vor Armut schützt, als ‚Vollkaskostudium‘ zu diffamieren, verhöhnt die Lebensrealität von Hunderttausenden Studierenden, die schon heute nicht mehr wissen, wie sie Miete und Lebensmittel bezahlen sollen“, so die Linkenpolitikerin. Im Interview hatte die Forschungsministerin auch davon gesprochen, dass es in Deutschland kein „Vollkaskostudium“ geben werde.
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