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Foto: H.S.
21.05.2026 - von Dr. A. Weichelt
Ausgangspunkt diesbezüglicher Überlegungen ist ein aufgeregter Anruf einer Seniorin im Büro der Seniorenvertretung:
Sie habe einen Mietvertrag mit einer privaten Vermieterin für eine begrenzte Anzahl von Jahren. Danach solle das Haus im Rahmen der Altersversorgung der Vermieterin verkauft werden. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen.
Die Seniorin dachte zunächst schnell eine geeignete Wohnung finden zu können. Zur Person: Die Dame ist Ende siebzig, alleinstehend, hat eine kleine Rente. Ihr Mietvertrag ist gekündigt, sie wird jetzt von der freundlichen Vermieterin geduldet, die Zeit drängt. Nach Anmeldung und vorsprechen bei verschiedenen Baugesellschaften musste sie feststellen, dass genau dieser Wohnungstyp 2-2,5 Zimmer in preiswerter Wohnlage nirgendwo zu finden ist. Als Begründung wird vorgegeben, dass viele Bevölkerungsgruppen wie Studenten, Alleinerziehende, Alleinstehende und Flüchtlinge genau diesen Wohnungstyp suchen. Die Situation ür die Seniorinnen ist demnach einigermaßen aussichtslos.
Gibt es Lösungsmöglichkeiten?
Die vorhandenen Wohnungsbaugesellschaften sind es offenbar nicht. Trotz z.T. größerer Bautätigkeiten wird vor allen Dingen der Mangel verwaltet. Lange Anmeldefristen sind ein Anzeichen für diese Situation. Schnell wird der Ruf nach weiterer verstärkter staatlich geförderter Bautätigkeit laut. Dies sind aber langfristige Lösungsmöglichkeiten, die zur Entspannung der aktuellen Engpässe ungeeignet sind. Mir fällt in diesem Zusammenhang ein Gespräch mit einem älteren Bekannten ein, der als Witwer seine nun viel zu große Wohnung beklagte. Alle seine Versuche,eine preiswerte 2 Zimmer Wohnung zu bekommen, sind für ihn gescheitert, weil die diesbezüglichen Mieten deutlich höher waren, als die seiner jetzigen Wohnung mit einem günstigen
Altmietvertrag. Vielleicht könnte staatliche Unterstützung genau an dieser Problematik
ansetzen, weil der hier geschilderte Fall mit Sicherheit kein Einzelfall ist.
Wie dem auch sei, bezahlbarer Wohnraum, Wohnungsnot und im schlimmsten Fall Wohnungslosigkeit sind eines der größten sozialpolitischen Probleme der Gegenwart in unserer Gesellschaft. Dass auch Seniorinnen und Senioren betroffen sein können zeigt der geschilderte Fall. Die Seniorenvertretung Bremen hat die dafür zuständigen Baugesellschaften angeschrieben. Es gibt angeblich keine kurzfristige Lösung für den geschilderten Notfall. Die Seniorenvertretung Bremen wird sich weiter kümmern.
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