01.05.2026
der 1. Mai 26 steht in Essen für eine besondere Zuspitzung: Während Gewerkschaften für Arbeitnehmer*innenrechte, Solidarität und soziale Gerechtigkeit auf die Straße gehen, plant die rechtsextreme Partei „Die Heimat“ einen Aufmarsch durch die Innenstadt. Möchte den Tag der Arbeit für ihre Ideologie nutzen.
Dass dies parallel zu den gewerkschaftlichen Demonstrationen möglich ist, halten wir für ein falsches Signal. Der 1. Mai gehört den Beschäftigten, nicht rechten Aufmärschen.
Als Bündnis "Essen stellt sich quer" (ESSQ) schließen wir uns der Demonstration des Deutschen Gewerkschaftsbundes an, um gemeinsam und sichtbar in die Innenstadt zu ziehen. Dort werden wir uns den geplanten rechten Aktivitäten entschlossen entgegenstellen.
DGB-Demo
Rüttenscheider Markt
Bis 11:45 Uhr Sammelphase
Ab 12 Uhr Aufzug in Richtung Innenstadt
Für die, die über den Hauptbahnhof anreisen, gibt es die Möglichkeit, sich uns am Hinterausgang anzuschließen:
Essen stellt sich quer Demo
Freiheit/Steile Lagerung (Hinterausgang Hauptbahnhof)
Ab 12:00 Uhr
Einreihung in die DGB-Demo um ca. 12:30 Uhr
Aufzug zum Hirschlandplatz
Roter Teppich für Nazis? Über die Rolle der Polizei
Seit Februar dieses Jahres ist der Polizei bekannt, dass mehrere Hundert Nazis durch die Innenstadt marschieren wollen. Am 15.03.2025 taten sie es bereits. Wie damals hält die Polizei auch dieses Mal aktiv Informationen zu dem Nazi-Aufmarsch zurück. Damit wird versucht Gegenprotest möglichst zu behindern. Weder wollte die Polizei auf Anfrage mitteilen, wo die Nazis sich sammeln, um wie viel Uhr sie es planen oder wo sie lang laufen wollen.
Bei allen anderen Versammlungen, die an diesem Tag stattfinden, war die Polizei problemlos bereit, die Informationen zu veröffentlichen. Dieses Messen mit zweierlei Maß kritisieren wir stark. Unserer Ansicht nach hat die Öffentlichkeit ein Recht darauf zu erfahren, wo und wann 500 gewaltbereite und teils vorbestrafte Nazis durch die Innenstadt laufen. Am 15.03.2025 ist aufgrund einer ähnlichen Verschwiegenheitstaktik der Polizei eine Schulklasse nichtsahnend direkt in die Arme der Faschist*innen gelaufen. Das Geheimhalten von Informationen ist für uns eine direkte Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung.
Grund hierfür scheint schlicht Bequemlichkeit der Polizei zu sein. Je weniger Gegenprotest, desto einfacher der Einsatz am Tag. Dass Versammlungsfreiheit aber zugunsten von polizeilicher Bequemlichkeit eingeschränkt wird, halten wir für einen Skandal. Die Nazis unterdessen bedanken sich für die "sehr guten" Kooperationsgespräche. Die Öffentlichkeit bleibt weiter im Unklaren.
DGB-Demo und Kundgebung
Der 01. Mai ist der Tag der Gewerkschaften und Arbeitnehmer*innen. Natürlich lassen wir uns den Tag nicht von Nazis vermiesen. Daher rufen wir alle, die nicht am Gegenprotest teilnehmen, dazu auf, sich der DGB-Demo ab Rüttenscheider Markt und dann der Kundgebung auf dem Burgplatz von 13-15:30 Uhr anzuschließen. Unsere hart errungenen Rechte gelten heute genauso wie gestern. Das Grundgesetz sagt: Eigentum verpflichtet. Und diese Verpflichtung heißt konkret: Verantwortung für Arbeitsplätze übernehmen, in den Standort Deutschland investieren, gemeinsam mit uns Lösungen finden. Wir lassen nicht zu, dass Profitinteressen über Menschenleben gestellt werden!
Warum der 01. Mai?
Der 01. Mai gehört den Gewerkschaften und Arbeitnehmer*innen. Seit 1933 missbrauchen die Nazis den Tag den Tag für ihre politische Propaganda. Die Gewerkschaften waren erklärter Feind der Nazis. Am 02. Mai 1933 wurden die Gewerkschaften von den Nazis zerschlagen.
In Essen wollen die Nazis im Stadtteil Kray ihre seit 2012 existierende Landesparteizentrale weiter ausbauen und zu einem prestigeträchtigen "Stützpunkt" ausbauen, wie einst in Dortmund-Dorstfeld. Dass sie bundesweit am 01. Mai nach Essen mobilisieren untermalt ihren Anspruch in Westdeutschland wieder weiter Fuß zu fassen. Dazu haben sie für sich das "Kampfjahr 2026" ausgerufen, das sie kollekitv in der "Kanonenstadt", wie sie Essen nennen, verbringen möchten.
Das Ziel ist klar: Stärke in Westdeutschland beweisen und Anspruchshaltung auf Essen als neue Zentrale demonstrieren.
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