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Über die Wirksamkeit von Ausgangssperen

09.05.2021

Karl Lauterbach, Regierungsberater, ist der Meinung, die Ausgangssperren reduzieren die Inzidenz-Werte um 13 Prozent. Dieser Meinung haben sich Merkel & Co und die Bundesländer angeschlossen. Alle berufen sich dabei auf eine Oxford-Studie:
Faktencheck: Wie wirksam sind nächtliche Ausgangssperren?
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Und Ausgangssperren wurden mittels der Bundesnotbremse verhängt. Ab 22 Uhr. Herr Tschentscher ist vorgeprellt, hat als erster die Ausgangssperre verhängt, sogar schon ab 21 Uhr.
Jetzt stellt sich aber raus: Die Ausgangssperren sind wirkungslos! Siehe Monitor ab Minute 5 Sekunde 40: Monitor geht dabei auch auf die Oxford-Studie ein, die die Regierung als Begründung für die Ausgangssperre nahm.
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Der Chefredakteur der Hamburger Morgenpost nimmt Stellung und wundert sich: „Im Rathaus ist man voll des Lobes für die (auch von mir geforderte) Ausgangssperre, sieht sie als ursächlich für den Erfolg. Doch ist das wirklich so? In Schleswig-Holstein gibt es keine Ausgangssperren, seit Wochen offene Außengastro und Geschäfte. Und was macht die Inzidenz? Sinkt wie in Hamburg. Auch im Bund scheint die Wirkung der „Notbremse“ klar: Seit der Einführung geht’s bergab. Aber: In der Schweiz, wo statt Lockdown großflächig gelockert wurde, sank die Inzidenz noch stärker. Auch in Österreich, das eher auf Lockerungen und konsequente Tests gesetzt hat, sank die Inzidenz deutlich. Sind Notbremsen und Ausgangssperren also gar nicht der Grund für den Inzidenz-Erfolg, sondern die Mischung aus Frühling und Impffortschritt, wie manch Experte jetzt meint? Sicher ist nur: Diese Pandemie gibt immer wieder Rätsel auf. Einen schönen Tag wünscht: Mathis Neuburger“.
Immerhin: Neuburger kann sich noch wundern und gesteht, daß die Pandemie Rätsel aufgibt. Dadurch ist er im Gegensatz zu den Experten und Beratern der Bundesregierung und nicht realitätsresistent. Eine derartige Äußerung wie von Neuburger haben wir nicht von Merkel & Co. Auch keine Entschuldigung für die Fehleinschätzung. Immerhin sind es massive Grundrechtseinschränkungen.
Und sogar der Ministerpräsident von Niedersachsen, Weil (SPD), bezeichnet Bundesnotbremse und die Ausgangssperre als unnötig (Dt.funk am 9.5.21, Interview der Woche). Die Stabilisierung der Inzidenzzahlen habe es schon vor Inkrafttreten der Bundesnotbremse gegeben. Nach Fehlern befragt, sagte er, das Bedrohungsszenario durch eine Pandemie sei ja seit 2012 bekannt, Fallbeispiele seien durchgespielt worden. Aber er ging nicht auf die nicht gestellte Frage ein, warum trotzdem die Pandemie die Regierungen völlig unvorbereitet traf! (DW)